Mittwoch, 11. Mai 2011

Der Delhi belly

Bevor es nun für mich 7 Tage in die technische und globalkommunikative Abstinenz geht, noch schnell ein kurzes Update. Die nächste Woche werde ich nämlich in einem Aschram, einem laut Wikipedia "klosterartigen Meditationszentrum", verbringen, wo ich mich ab halb 6 morgens intensiv im Yoga und Meditieren versuchen werde. Bin gespannt. Wen es interessiert, der kann sich mal auf der Webseite umschauen.

Aber zurück zu Delhi. Und der 33-stündigen Zugfahrt im unklimatisierten 2.-Klasse-Abteil. Normalerweise stellt eine solche Fahrt keine größeren Unannehmlichkeiten dar, da der Fahrtwind das Abteil immer schön luftig hält und jeder Passagier seine eigene Liege hat. Eigentlich. Denn statt der vorgesehenen 6 Leute, saßen dort auf einmal fünf Sri Lankaner, ein indischer Student mit 9 Koffern, noch ein Inder und ich. Da ich dummerweise nur noch eine untere Liege bekommen habe, auf der tagsüber alle sitzen, gings bunt zu. Aber irgendwie hab ich auch das überstanden und bin gut in Delhi angekommen.
Dort überkam mich trotz der Hektik ein gutes Gefühl, dass ich hier eine gute Zeit haben werde. Nachdem ich in der Seitengasse einer Seitengasse der Haupttouristenstraße in der Nähe des Bahnhofs ein günstiges Hotel gefunden habe, ging es daran Delhi zu erkunden. Abends ging es dann mit einem indischen Freund von Felix (der hier ein Jahr studiert hat) in eine Bar, wo ich ihm das Bierflaschenöffnen mit dem Feuerzeug beigebracht habe. Sehr zum Interesse der Kellner dieser doch recht schickigen Lokalität. Shisha gabs auch :)
Nach Sightseeing und den ersten Gummibärchen seit 2 Monaten am nächsten Tag, bin ich abends mit den Leuten vom Vortag entspannt meinen Geburtstag feiern gewesen. Dachterasse, Bier, gute Livemusik, passt!
Am dritten Tag überkam mich dann so langsam der Großstadtkoller. 40° Grad Dauerhitze, nachts nur minimal kühler, überall Autos, überall Menschen. Leider wurden meine Pläne, die Stadt am nächsten Tag zu verlassen, vom Delhi belly durchkreuzt. Der sogenannte "Delhi-Bauch" ist nicht etwa ein aufgrund der multinationalen Cuisine Delhis angefressener Wohlstandsbauch, sondern Synonym für Reisedurchfall. So habe ich dann fast zwei Tage bei Weißbrot und Elektrolytlösung dahinvegetiert. Als mein Körper dann wieder bereit war, die Flucht anzutreten, gab es natürlich kein Zugticket mehr und so bin ich mit dem nächsten Nachtbus auf und davon.

Am nächsten Morgen dann die Erlösung. Rishikesh. Am Ufer des Ganges in den Ausläufern des Himalayas gelegen, bin ich dort kurz vor Sonnenaufgang angekommen. Erste Gedanke: Ruhe! Zweiter Gedanke: kühler Wind! Hab mich dann erstmal ans Ufer gesetzt und die Sadhus und Pilger beim morgentlichen Beten und Baden in den heiligen Wassern beobachtet.

So, ich bin dann mal meditieren und melde mich danach wieder zurück!

Hari Om und olé!
Chris

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