Aber zurück zu Delhi. Und der 33-stündigen Zugfahrt im unklimatisierten 2.-Klasse-Abteil. Normalerweise stellt eine solche Fahrt keine größeren Unannehmlichkeiten dar, da der Fahrtwind das Abteil immer schön luftig hält und jeder Passagier seine eigene Liege hat. Eigentlich. Denn statt der vorgesehenen 6 Leute, saßen dort auf einmal fünf Sri Lankaner, ein indischer Student mit 9 Koffern, noch ein Inder und ich. Da ich dummerweise nur noch eine untere Liege bekommen habe, auf der tagsüber alle sitzen, gings bunt zu. Aber irgendwie hab ich auch das überstanden und bin gut in Delhi angekommen.
Am dritten Tag überkam mich dann so langsam der Großstadtkoller. 40° Grad Dauerhitze, nachts nur minimal kühler, überall Autos, überall Menschen. Leider wurden meine Pläne, die Stadt am nächsten Tag zu verlassen, vom Delhi belly durchkreuzt. Der sogenannte "Delhi-Bauch" ist nicht etwa ein aufgrund der multinationalen Cuisine Delhis angefressener Wohlstandsbauch, sondern Synonym für Reisedurchfall. So habe ich dann fast zwei Tage bei Weißbrot und Elektrolytlösung dahinvegetiert. Als mein Körper dann wieder bereit war, die Flucht anzutreten, gab es natürlich kein Zugticket mehr und so bin ich mit dem nächsten Nachtbus auf und davon.
Am nächsten Morgen dann die Erlösung. Rishikesh. Am Ufer des Ganges in den Ausläufern des Himalayas gelegen, bin ich dort kurz vor Sonnenaufgang angekommen. Erste Gedanke: Ruhe! Zweiter Gedanke: kühler Wind! Hab mich dann erstmal ans Ufer gesetzt und die Sadhus und Pilger beim morgentlichen Beten und Baden in den heiligen Wassern beobachtet.
So, ich bin dann mal meditieren und melde mich danach wieder zurück!
Hari Om und olé!
Chris
Rishikesh ist so schön entspannt! Genieß es!
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