... war das Credo des Rickscha-Fahrers, der uns (mich, zwei Mädels aus dem Zug, 3 riesige Rucksäcke und der Fahrer selbst in einem etwas größeren Dreirad) nachts vom Bahnhof zum Arambol Beach im Norden von Goa gebracht hat. Auf meine Frage, warum er denn so langsam fährt, folgte promt ein enormes Schlagloch, wenig später ein schwach beleuchteter uns entgegenkommender LKW und immer mal wieder ein Speed Bumper, der uns jedes Mal aus dem Sitz gehoben hat. Shanti, shanti, also.
Dies sollte auch mein Motto für die nächsten Wochen werden, denn erstmal war Strandurlaub angesagt. Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, bin ich immer noch an der Küste und lass mir die Sonne auf den Bauch scheinen. Die Zeit verrinnt hier ohne größere Anflüge von Langeweile. Eben war der letzte Eintrag noch 10 Tage her, mittlerweile sind es schon 3 Wochen...
Das Wetter mit zuverlässigen 30°C Sonnenschein, minimal geringerer Wassertemperatur und einer angenehmen Meeresbrise lädt aber auch unweigerlich zum Verweilen ein. In Arambol angekommen war jedoch von Entspannung erstmal keine Spur. Die Straße zum Strand, gesäumt von hell erleuchteten bunten Touriständen mit den immer gleichen Klamotten und Klimbim, Restaurants und Hotels versprühte eher den Charme einer Touristenhochburg als meiner Vorstellung von Goa zu entsprechen. Bei Tageslicht betrachtet, war das ganze dann nur noch halb so wild und durchaus praktisch, denn alle meine mitgebrachten T-Shirts waren schlichtweg zu dick und enganliegend. Dem Tip, gänzlich ohne Klamotten loszufahren, hätte man beherzt folgen können, denn wenn es hier an etwas nicht mangelt, ist es billige Kleidung.
Eingemietet hatte ich mich in einer kleinen Bambushütte direkt hinter dem Strand. Bett, Ventilator, Moskitonetz, fertig. Die folgenden 10 Tage waren gefüllt mit aktiver und passiver Entspannung, Kühen am Strand, russischen Pauschaltouristen, netten Kurzbekanntschaften, billigem Rum und einem Guru unterm Baum. Letzterer wohnt wohl schon seit mehreren Jahrzehnten unter dem Dach eines riesigen heiligen Banyan-Baums, ist dauerbreit, etwas weniger oft betrunken und lebt von den Mitbringseln der Hippie-Pilger, die dort zahlreich zum Gemeinschaftskiffen erscheinen. Geil!
Mit dem Roller ging es dann zur ehemaligen portugiesischen Kolonialhauptstadt Old Goa, die jedoch weniger spannend ausfiel, als angepriesen. Als Entschädigung reichte jedoch schon das Rollerfahren! Mit 80 Sachen durch die Mittagshitze düsen fetzt. Mit der Hupe als einzig gültiges Verkehrszeichen fetzt noch mehr (und funktioniert). Links rum fahren in überfüllten Kreisverkehren fetzt nicht so :-) Samstag dann zum Saturday Night Bazaar in Arpora, wo der Bär und zahlreiche Touristen sowie indische Händler zu elektronischer Tanzmusik zwischen den Buden steppen und müde Händlerinnen scheinbar entspannte Träume haben.
Mit Rasta-Max aus dem österreichischen Nachbarländle ging es dann weiter zum Baga Beach, der Partyhochburg Goas. Da in der Woche allerdings auch dort nichts mehr los ist (die Saison geht dem Ende zu) und wir verplanterweise an einem Montag dort aufgeschlagen sind, ging es nach 2 feucht-fröhlichen - doch partylosen - Nächten weiter zum Palolem Beach. Nach dem gänzlich auf Pauschaltourismus ausgelegten Baga das reinste Paradies!
Sichelförmiger, palmengesäumter Strand, kaum noch nervige fliegende Strandhändler und Hütten mit genialem Ausblick wie die unsrige. Da sich jedoch hier nach vier Tagen lesen, Roller fahren, Felsen klettern erstmals das Gefühl der Langeweile breit gemacht hat, sollte es als Nächstes nach Gokarna gehen. Nicht jedoch ohne vorher noch Teil des landesweit zum Vollmond im März gefeierten Holi-Fest zu werden, das ausgelassen und mit reichlich Farbpulver und Wasser je nach Betrachtung den Sieg des Guten über das Böse oder aber des Frühlings uber den Winter zelebriert.
Nach anderthalb Stunden Stehen im gnadenlos überfüllten Bus und einer weiteren Stunde eingequetscht zwischen zwei grimmigen vollbeleibten Indern direkt neben dem vorn Motor war es dann soweit. Ankunft in Gokarna mit seinen vier Stränden (Kudlee, Om, Half Moon und Paradise Beach) die noch vor nicht allzu langer Zeit jeweils nur durch Klettern über Felsen und durch Wälder erreichbar waren, ist von der "Touristisierung" noch größtenteils verschont geblieben und soll das Flair von Goa vor 20 Jahren versprühen. Mit seinem wichtigen Tempel und den traumhaften Stränden ist es Pilgerort für Hindus und Hippies zugleich. Für den Om Beach, dessen Name auf die Ähnlichkeit des doppelsichelförmigen Strandes mit der heiligen Silbe Om zurückzuführen ist, haben wir uns entschieden. Eine gute Entscheidung, wie sich rausstellte, denn die Wellen hier sind der Hammer! Da mir grad nichts mehr einfällt, lass ich jetzt die Bilder für mich sprechen:
Nach Gokarna geht es vermutlich morgen weiter nach Hampi, weg von der Küste und auf zu etwas ernsterem Sightseeing ;-)
Machts alle gut, ihr hört von mir!
Chris
Dies sollte auch mein Motto für die nächsten Wochen werden, denn erstmal war Strandurlaub angesagt. Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, bin ich immer noch an der Küste und lass mir die Sonne auf den Bauch scheinen. Die Zeit verrinnt hier ohne größere Anflüge von Langeweile. Eben war der letzte Eintrag noch 10 Tage her, mittlerweile sind es schon 3 Wochen...
Mit dem Roller ging es dann zur ehemaligen portugiesischen Kolonialhauptstadt Old Goa, die jedoch weniger spannend ausfiel, als angepriesen. Als Entschädigung reichte jedoch schon das Rollerfahren! Mit 80 Sachen durch die Mittagshitze düsen fetzt. Mit der Hupe als einzig gültiges Verkehrszeichen fetzt noch mehr (und funktioniert). Links rum fahren in überfüllten Kreisverkehren fetzt nicht so :-) Samstag dann zum Saturday Night Bazaar in Arpora, wo der Bär und zahlreiche Touristen sowie indische Händler zu elektronischer Tanzmusik zwischen den Buden steppen und müde Händlerinnen scheinbar entspannte Träume haben.
Mit Rasta-Max aus dem österreichischen Nachbarländle ging es dann weiter zum Baga Beach, der Partyhochburg Goas. Da in der Woche allerdings auch dort nichts mehr los ist (die Saison geht dem Ende zu) und wir verplanterweise an einem Montag dort aufgeschlagen sind, ging es nach 2 feucht-fröhlichen - doch partylosen - Nächten weiter zum Palolem Beach. Nach dem gänzlich auf Pauschaltourismus ausgelegten Baga das reinste Paradies!
Nach Gokarna geht es vermutlich morgen weiter nach Hampi, weg von der Küste und auf zu etwas ernsterem Sightseeing ;-)
Machts alle gut, ihr hört von mir!
Chris
Die Fotos sind der absolute Hammer! Sieht so aus, als hättest du ein Stückchen des Paradieses gefunden! Neid beschreibt gerade nur ansatzweise meine Gefühlsregung! ;)
AntwortenLöschenGrüße aus dem sonnigen, doch kalten Berlin!